Was ein Google-Maps-Lead wirklich enthält: 458 Zahnärzte in fünf Städten

Ein Google-Maps-Lead enthält fast immer Telefon und Website, fast nie eine E-Mail-Adresse und meistens keine Rezensionszahl. Gemessen an 458 Zahnarztpraxen in Mailand, Berlin, Madrid, Paris und London am 3. September 2026: Telefon 99,3 %, Website 96,5 %, Sternebewertung 99,6 %, Anzahl der Rezensionen 12,7 %. In Berlin waren 79 von 79 Zeilen kontaktierbar.

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Balkendiagramm der Feldbefüllung von 458 Zahnarzt-Einträgen aus Google Maps in fünf europäischen Städten: Telefon 99,3 % und Website 96,5 % auf fast jeder Zeile, Rezensionszahl fast durchgehend leer, E-Mail-Quote je nach Stadt stark schwankend.
Anteil der Zeilen mit dem jeweiligen Feld über 458 Zahnarzt-Einträge aus Google Maps in fünf europäischen Städten am 3. September 2026. Aus dem veröffentlichten CSV neu berechnet.

Wer in Deutschland nach B2B-Leads sucht, bekommt eine klare Angebotslage: Firmenadressen werden pro Stück verkauft, wahlweise gekauft oder für eine einmalige Aktion gemietet. Was in so einer Zeile tatsächlich steht, steht selten davor. Deshalb haben wir es gemessen — nicht an einer Anbieterliste, sondern an der Quelle, aus der die meisten dieser Zeilen letztlich stammen: dem öffentlichen Unternehmenseintrag auf Google Maps.

Ein Lauf pro Stadt, dieselbe Branche, derselbe Tag: Zahnarztpraxen in Mailand, Berlin, Madrid, Paris und London, jeweils 100 angefragt. Geliefert wurden 458 Zeilen. Der vollständige Datensatz (nur Füllraten, keine Telefonnummern, keine E-Mail-Adressen, keine Anschriften) liegt als CSV offen.

Berlin: 79 Zeilen, davon 79 kontaktierbar

Berlin ist der interessanteste Fall, weil der Lauf gleichzeitig die beste Datenqualität und die schwächste Ausbeute lieferte. Google gab auf die Suche „Zahnarzt“ in Berlin 79 Einträge zurück, nicht 100. Dafür war in jeder einzelnen dieser 79 Zeilen eine Telefonnummer.

FeldBerlin (n=79)Alle fünf Städte (n=458)
Zeilen geliefert (von 100 angefragt)79458 von 500
Telefonnummer100 % (79)99,3 % (455)
Website98,7 % (78)96,5 % (442)
Sternebewertung100 % (79)99,6 % (456)
Durchschnittliche Bewertung4,804,76 (Median 4,8)
Anzahl der Rezensionen0 % (0)12,7 % (58)
E-Mail über den Website-Durchlauf73,4 % (58)60,3 % (276)
Nutzbar (Telefon oder E-Mail)100 % (79)99,3 % (455)

Praktisch heißt das: Eine Berliner Zeile war in dieser Messung immer anrufbar, in fast drei von vier Fällen zusätzlich per E-Mail erreichbar — und in keinem einzigen Fall enthielt sie die Anzahl der Rezensionen. Wer ein Segment nach „mindestens 50 Bewertungen“ filtern will, kann das mit diesen Rohdaten in Berlin nicht.

Die fünf Städte im Vergleich

StadtZeilenTelefonWebsiteE-Mail (Lead-Durchlauf)Nutzbar
Mailand10099,0 % (99)96,0 % (96)66,0 % (66)99,0 % (99)
Berlin79100 % (79)98,7 % (78)73,4 % (58)100 % (79)
Madrid9398,9 % (92)97,8 % (91)65,6 % (61)98,9 % (92)
Paris9999,0 % (98)90,9 % (90)19,2 % (19)99,0 % (98)
London87100 % (87)100 % (87)82,8 % (72)100 % (87)

Telefon und Website sind über alle fünf Märkte stabil. Die E-Mail-Quote ist es nicht: zwischen 19,2 % in Paris und 82,8 % in London liegen mehr als 60 Prozentpunkte. Das ist kein Messfehler, sondern eine Eigenschaft des jeweiligen Marktes.

Die Paris-Anomalie: Website heißt nicht eigene Website

Von den 442 Zeilen mit Website führten insgesamt nur 398 verschiedene Domains. In Paris ist der Effekt drastisch: 90 Zeilen mit Website, dahinter 57 verschiedene Domains, davon 18 auf doctolib.fr und acht auf dentego.fr. Zwei Madrider Zeilen trugen ein Instagram-Profil als „Website“.

Auf der Startseite einer Terminbuchungsplattform steht keine Praxis-E-Mail. Genau deshalb bricht Paris bei der E-Mail-Quote ein — nicht weil französische Praxen keine E-Mail hätten, sondern weil das Feld website dort oft auf eine Plattform zeigt statt auf die Praxis. Für die Bewertung einer gekauften Liste ist das die wichtigste Lehre dieser Messung: „hat eine Website“ ist kein Qualitätsmerkmal, solange niemand die Domains zählt.

Die Lücke bei der Rezensionszahl

Die Sternebewertung kam in 99,6 % der Zeilen zurück, die Anzahl der Rezensionen in 12,7 % — und in Mailand, Berlin und Madrid in 0 von 272 Zeilen. Wo eine Rezensionszahl vorlag (n=58), lag der Mittelwert bei 355,4 und der Median bei 259; Paris n=40 (Mittelwert 402,0), London n=18 (Mittelwert 251,9).

Dazu kommt, dass die Bewertung selbst kaum trennt: Mittelwert 4,76, Median 4,8, niedrigster beobachteter Wert 3,0. Eine 1-bis-5-Skala, die sich real zwischen 4,5 und 5,0 abspielt, ist zur Priorisierung eines Vertriebsgebiets fast wertlos. Wer nach Größe oder Reputation segmentieren will, braucht eine zweite Quelle — etwa die Rezensionen selbst oder Registerdaten über die Company Data API.

Erreichbarkeit der Websites

Der Collector meldet für jede Zeile den Status seines Website-Durchlaufs. Über alle 458 Zeilen:

site_statusZeilenAnteilBedeutung
scanned41590,6 %Website geöffnet und ausgelesen
unreachable235,0 %Domain antwortete nicht
no_website194,1 %kein Website-Feld im Eintrag
blocked10,2 %Zugriff abgewehrt

Ein separater, gezielter Kontakt-Durchlauf über je 20 Praxen pro Stadt (96 ausgeliefert, eine pro eigener Domain) fand auf 67,7 % der Websites mindestens eine veröffentlichte E-Mail-Adresse — in Berlin auf 16 von 19 (84,2 %), in Madrid auf 89,5 %, in Paris nur auf 36,8 %. Bei n=19 bis 20 pro Stadt trägt jeder Einzelwert rund ±10 Prozentpunkte Streuung; belastbar ist der gepoolte Wert von 67,7 % (n=96).

Was ein nutzbarer Lead gekostet hat

Abgerechnet wird bei uns pro gelieferter Zeile: 0,01 $ für einen lokalen Firmen-Lead, 0,02 $ für einen Website-Kontakt-Durchlauf. Die 42 Zeilen, die Google nicht herausgab, kosteten nichts.

RechnungBerlinAlle fünf Städte
Gelieferte Lead-Zeilen79458
Angereicherte Websites1996
Kosten zum Listenpreis1,17 $6,50 $
Nutzbare Leads (Telefon oder E-Mail)79455
Pro nutzbarem Lead, nur Maps0,0100 $0,01007 $
Pro nutzbarem Lead, inklusive Anreicherung0,0148 $0,01429 $

Das Konto, auf dem die Messung lief, wurde nicht belastet (jede Antwort meldete cost.usd: 0, billed: false); die Tabelle zeigt daher, was dieselbe Arbeit zum Listenpreis kostet. Die vollständige Preisliste steht unter Preise, das Gratis-Guthaben von 2 $ pro Monat deckt rund 200 Zeilen.

Methode

Zwei Collectors, gestartet über den MCP-Server am 3. September 2026 zwischen 21:45 und 21:58 UTC. Schritt 1: B2B-Leads aus Google Maps, ein Lauf pro Stadt, max_results: 100, only_with_contacts: false — es wurde nichts weggefiltert, damit die Füllraten ehrlich bleiben. Suchbegriff, Proxy-Ausgang und Google-Locale in der Landessprache: „Zahnarzt“, location: Berlin, country: de, lang: de.

Schritt 2: E-Mail-Adressen von Websites scrapen auf 20 zufällig gezogenen Praxen pro Stadt mit eigener Domain, max_pages: 4 (Startseite plus bis zu drei Kontakt-, Impressums- oder Über-uns-Seiten). 100 Domains angefragt, 96 geliefert, 4 nicht erreichbar — und nicht berechnet.

Laufzeit: der Berliner Lead-Lauf 138,2 Sekunden, der Kontakt-Durchlauf 82,2 Sekunden. Über alle zehn Läufe 835,3 Sekunden für die Leads und 517,1 Sekunden für die Anreicherung; weil zwei Läufe parallel liefen, waren es real rund 13 Minuten.

Grenzen

  • Eine Branche, ein Tag. Nur Zahnarztpraxen, alle Läufe in einem Fenster von 13 Minuten. Google-Maps-Ergebnisse sind personalisiert und volatil; ein Wiederholungslauf liefert nicht dieselbe Menge.
  • Google entscheidet über die Zeilenzahl. 100 angefragt, 458 von 500 geliefert. Berlin 79, London 87, Madrid 93. Das ist eine Eigenschaft der Suche, kein Fehler des Collectors.
  • Das Feld für die Rezensionszahl ist in dieser Version unzuverlässig. 12,7 % Füllrate, in drei Städten null. Darauf lässt sich keine Segmentierung bauen.
  • Stichprobengröße. Beim Kontakt-Durchlauf 19 bis 20 Websites pro Stadt. Einzelwerte pro Stadt sind Richtwerte, der gepoolte Wert ist die belastbare Zahl.
  • Gefundene Adressen sind veröffentlichte Firmenkontakte, überwiegend Rollenadressen wie info@ oder praxis@. Die Studie misst, wie oft sie existieren — nicht, ob eine Ansprache im Einzelfall zulässig ist.

Sieben Prüfungen für eine angebotene Leadliste

Diese Messung liefert nebenbei eine Prüfliste. Wer eine Datei angeboten bekommt, kann sie an einer Stichprobe von 50 Zeilen in einer Viertelstunde durchgehen — und die Erwartungswerte aus der Messung als Maßstab nehmen.

PrüfungErwartungswert aus dieser Messung
Anteil Zeilen mit Telefonnummer99,3 % (n=458); in Berlin 100 %
Anteil Zeilen mit E-Mail-Adresse60,3 % über alle Städte, 73,4 % in Berlin — deutlich höhere Werte sind erklärungsbedürftig
Verschiedene Domains geteilt durch Zeilen mit Website398 zu 442, also 0,90; unter 0,7 dominieren Plattformen
Anteil Zeilen mit Rezensionszahl12,7 %; eine Datei mit 100 % hat sie aus einer anderen Quelle
Streuung der BewertungenMittelwert 4,76, Median 4,8, Minimum 3,0 — ohne Streuung kein Filterwert
Anteil Rollenadressen (info@, praxis@)überwiegend; viele personenbezogene Adressen bedeuten DSGVO-Aufwand
Nachweis der Herkunft je Angabein dieser Messung pro Zeile die tatsächlich gelesenen Seiten

Auffällig ist vor allem die dritte Zeile. Sie ist die einzige Prüfung, die eine Plattform-Verzerrung wie in Paris sichtbar macht, und sie kostet nichts außer einer Spalte in der Tabellenkalkulation.

Was daraus für eine deutsche Leadliste folgt

Erstens: Telefon ist das verlässliche Feld, E-Mail das teure. Wer eine Liste nach E-Mail-Quote beurteilt, misst in Wahrheit, wie die Branche im jeweiligen Land ihre Websites betreibt. Zweitens: Prüfen Sie die Zahl der verschiedenen Domains, nicht die Zahl der Zeilen mit Website. Drittens: Was in der Zeile fehlt — hier die Rezensionszahl — fehlt systematisch, nicht zufällig, und lässt sich nur mit einer zweiten Quelle schließen.

Und viertens, für den deutschen Markt am wichtigsten: Der Preis pro Zeile ist die falsche Kennzahl. Interessant ist der Preis pro nutzbarer Zeile — in dieser Messung 0,01007 $ allein aus Maps und 0,01429 $ inklusive Anreicherung. Rechtliches zur weiteren Verwendung, insbesondere zu § 7 UWG bei E-Mail-Werbung, steht im DSGVO-Abschnitt der Collector-Seite.

Datensatz herunterladen (CSV, 458 Zeilen, nur Füllraten)

Kostendiagramm der Google-Maps-Lead-Messung: 458 gelieferte Zeilen von 500 angefragten, 6,50 $ Rechnung zum Listenpreis über fünf Städte und 0,01429 $ pro nutzbarem Lead inklusive Kontakt-Durchlauf.
458 gelieferte Zeilen von 500 angefragten und 6,50 $ zum Listenpreis, Stadt für Stadt. Das Konto der Messung wurde nicht belastet; dies sind Listenpreise.

Häufige Fragen

Enthält ein Google-Maps-Eintrag eine E-Mail-Adresse?

In der Regel nicht. Google Maps zeigt Firmenname, Kategorie, Anschrift, Telefon, Website, Öffnungszeiten und Bewertung — kein E-Mail-Feld. In der Messung an 458 Praxen kam die E-Mail ausschließlich über den zusätzlichen Website-Durchlauf zustande (60,3 % der Zeilen, in Berlin 73,4 %).

Wie viele Zeilen liefert eine Suche pro Stadt?

Weniger als man anfragt. Auf je 100 angefragte Zeilen kamen 458 von 500 zurück: Berlin 79, London 87, Madrid 93, Paris 99, Mailand 100. Google bestimmt, wie viele Einträge zu einer Suche existieren. Bei Abrechnung nach gelieferten Zeilen kosten die fehlenden 42 nichts.

Warum ist die E-Mail-Quote in Paris so niedrig?

Weil dort das Website-Feld häufig auf eine Terminbuchungsplattform zeigt statt auf die Praxis: 90 Pariser Zeilen mit Website führten auf nur 57 verschiedene Domains, davon 18 auf doctolib.fr und acht auf dentego.fr. Auf der Startseite einer solchen Plattform steht keine Praxis-E-Mail.

Kann ich eine Leadliste nach Anzahl der Bewertungen filtern?

Mit diesen Rohdaten nicht zuverlässig. Die Sternebewertung kam in 99,6 % der 458 Zeilen zurück, die Rezensionszahl nur in 12,7 % — und in Mailand, Berlin und Madrid in null von 272 Zeilen. Für eine Segmentierung nach Reputation brauchen Sie eine zweite Quelle.

Was kostet ein nutzbarer Lead aus Google Maps?

In dieser Messung 0,01007 $ pro Lead mit Telefon oder E-Mail, weil 455 von 458 Zeilen mindestens eines von beiden trugen. Mit zusätzlichem Website-Kontakt-Durchlauf (0,02 $ pro Website) sind es 0,01429 $ all-in. Berlin allein: 79 Leads plus 19 angereicherte Websites, 1,17 $ zum Listenpreis.

Sind die Daten aktuell oder aus einem Bestand?

Sie werden im Moment der Anfrage gelesen, nicht aus einer Datenbank ausgeliefert. Der Zeitstempel dieser Messung ist der 3. September 2026, 21:45 bis 21:58 UTC. Eine Wiederholung desselben Laufs liefert den heutigen Stand — und wegen der Personalisierung von Google Maps nicht exakt dieselbe Menge.

Darf ich die so gefundenen Kontakte für Werbung nutzen?

Das Auslesen veröffentlichter Firmendaten ist eine andere Frage als deren Nutzung. Für E-Mail-Werbung verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG auch im B2B eine vorherige ausdrückliche Einwilligung; Telefonwerbung gegenüber Unternehmern ist bei mutmaßlicher Einwilligung zulässig, Briefpost an die Firmenanschrift ist frei. Bei Einzelunternehmern und personenbezogenen Adressen gilt zusätzlich die DSGVO.

Selbst nachmessen

Branche und Stadt eingeben, eigene Füllraten zählen: 0,01 $ pro gelieferter Zeile, 2 $ Gratis-Guthaben jeden Monat, ohne Kreditkarte. Läufe ohne Ergebnis kosten nichts.

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