Was kostet ein Lead? Der Preis pro Lead nach Quelle, mit Zahlen
Ein Lead kostet zwischen einem Cent und mehreren hundert Euro — der Unterschied liegt in der Quelle, nicht in der Qualität allein. Agenturen nennen für Deutschland 30 bis 800 Euro je nach Reifegrad, LinkedIn-Ads-Leads liegen im DACH-Raum bei rund 145 Euro, und ein selbst erhobener Firmenkontakt aus öffentlichen Daten kostete in unserer Messung 0,0101 bis 0,0143 US-Dollar.
„Was kostet ein Lead“ ist eine Fangfrage, weil das Wort vier verschiedene Dinge bezeichnet: eine Firmenadresse, einen Kontakt mit Namen und E-Mail, einen vorqualifizierten Interessenten und einen fest vereinbarten Vertriebstermin. Zwischen dem ersten und dem letzten liegen vier Größenordnungen. Dieser Artikel sortiert die Quellen, nennt für jede eine veröffentlichte Zahl — und sagt, wo keine veröffentlicht ist.
Die vier Quellen im Überblick
| Quelle | Was man bekommt | Veröffentlichter Preis pro Lead | Beleg |
|---|---|---|---|
| Gekaufte oder gemietete Adressliste | Firmendaten nach Branche und Region, als Datei | Nicht durchgängig veröffentlicht: Staffelpreise, Mindestmengen und Ab-Preise, Endpreis auf Anfrage | Marktbeobachtung; Gründerlexikon zum Modell Kauf gegen Miete |
| Agentur oder Vertriebsdienstleister | MQL, SQL oder gebuchter Termin | 30 bis 150 € (MQL), 150 bis 400 € (SQL), 300 bis über 800 € (Termin) | alivello, Benchmark-Tabelle für Deutschland |
| Bezahlte Kampagne (LinkedIn Ads) | Lead aus dem nativen Formular | rund 145 € (Single Image) bzw. 137 € (Dokument-Ad) im DACH-Raum | via digital, DACH-Benchmarks |
| Öffentliche Daten, selbst erhoben | Firma, Telefon, Website, teils E-Mail | 0,01007 $ pro nutzbarem Lead, 0,01429 $ inklusive Anreicherung | eigene Messung, n=458 |
Die vier Zeilen sind keine Alternativen für dasselbe Ziel. Ein Termin mit einem Entscheider ist etwas anderes als eine Telefonnummer. Aber sehr oft wird das Teure gekauft, wo das Billige gereicht hätte — und umgekehrt.
Gekaufte Listen: der Preis, den niemand ganz veröffentlicht
Im deutschen Markt werden Firmenadressen pro Stück gehandelt, entweder als Kauf mit dauerhaftem Nutzungsrecht oder als Miete für eine einzige Aktion — nach der Werbeaktion werden die Adressen verworfen und für die nächste Kampagne neu angemietet. Das Gründerlexikon beschreibt beide Modelle ausführlich.
Preise stehen in diesem Segment fast immer als Ab-Preis auf der Startseite und werden dann nach Menge, Selektionstiefe und Nutzungsrecht gestaffelt. Ein belastbarer Durchschnittspreis pro Adresse ist deshalb nicht veröffentlicht, und wir erfinden hier keinen. Was sich stattdessen bewerten lässt, sind die drei Kostentreiber, die in keinem Ab-Preis stehen:
- Zeilen ohne Kontaktdaten. Sie werden in der Regel mitgeliefert und mitbezahlt. Der relevante Preis ist der pro nutzbarer Zeile, nicht pro Zeile.
- Alter der Daten. Eine Liste hat den Stand ihrer Erstellung. B2B-Kontaktdaten verfallen laufend: Nummern ändern sich, Betriebe schließen, Websites ziehen um.
- Nutzungsrecht. Gemietete Adressen dürfen einmal verwendet werden. Wer dieselbe Zielgruppe dreimal anspricht, zahlt dreimal.
Agenturen: 30 bis 800 Euro, je nach Reifegrad
Hier gibt es veröffentlichte Zahlen. Die deutsche Agentur alivello beziffert professionelle B2B-Leadgenerierung in Deutschland auf durchschnittlich 50 bis 2.000 Euro pro Lead und schlüsselt nach Reifegrad auf:
| Lead-Stufe | Was dahintersteht | Durchschnittliche Kosten |
|---|---|---|
| MQL | Name und E-Mail-Adresse, etwa aus einem Whitepaper-Download | 30 bis 150 € |
| SQL | vorqualifizierter Kontakt mit konkretem Bedarf | 150 bis 400 € |
| B2B-Termin | fester Sales-Call mit einem Entscheider | 300 bis über 800 € |
In stark umkämpften Branchen wie IT und SaaS können Termine laut derselben Quelle über 1.000 Euro kosten. Wichtig für den Vergleich: Bezahlt wird hier Vorqualifizierung und Terminkoordination, nicht Datenbeschaffung. Wer eine Agentur bucht, um an Telefonnummern zu kommen, kauft das falsche Produkt.
Bezahlte Kampagnen: was der DACH-Raum kostet
Für LinkedIn Ads liegen veröffentlichte DACH-Mediane vor. Die österreichische Agentur via digital nennt für Content-Download-Leads rund 145 Euro (Single Image Ad) und 137 Euro (Dokument-Ad) im DACH-Raum, in Österreich mit 42 bis 69 Euro deutlich darunter. Der Klickpreis liegt im Median bei 7,55 Euro im DACH-Raum und 7,96 Euro in Deutschland — gegenüber 3,99 Euro im EMEA-Mittel; der Tausenderkontaktpreis bei rund 32,90 Euro.
| Branche (EMEA-Median) | Kosten pro Lead |
|---|---|
| Education | rund 35 € |
| Professional Services | 89 € |
| Government | 91 € |
| Tech und Medien | 102 € |
| Real Estate | 206 € |
| Transport und Logistik | 231 € |
| Retail | 234 € |
| Automotive | 274 € |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens ist Deutschland im Klickpreis rund doppelt so teuer wie der EMEA-Schnitt. Zweitens streuen die Lead-Kosten nach Branche um den Faktor acht — ein pauschaler CPL-Benchmark ist für die eigene Planung fast unbrauchbar.
Öffentliche Daten: 0,0101 bis 0,0143 US-Dollar, gemessen
Am 3. September 2026 haben wir dieselbe Branche in fünf europäischen Städten erhoben: Zahnarztpraxen in Mailand, Berlin, Madrid, Paris und London, je 100 angefragt, 458 Zeilen geliefert. Abgerechnet wird pro gelieferter Zeile — 0,01 $ für einen lokalen Firmen-Lead, 0,02 $ für einen zusätzlichen Website-Kontakt-Durchlauf. Die 42 nicht gelieferten Zeilen kosteten nichts.
| Kennzahl | Berlin | Alle fünf Städte |
|---|---|---|
| Gelieferte Zeilen | 79 | 458 |
| Telefonnummer vorhanden | 100 % (79) | 99,3 % (455) |
| E-Mail über den Website-Durchlauf | 73,4 % (58) | 60,3 % (276) |
| Nutzbar (Telefon oder E-Mail) | 100 % (79) | 99,3 % (455) |
| Kosten zum Listenpreis | 1,17 $ | 6,50 $ |
| Pro nutzbarem Lead, nur Maps | 0,0100 $ | 0,01007 $ |
| Pro nutzbarem Lead, mit Anreicherung | 0,0148 $ | 0,01429 $ |
Der Datensatz mit den Füllraten je Betrieb liegt als CSV offen; die vollständige Methode samt Grenzen steht in der Messung selbst. Wichtig zur Einordnung: Das ist ein Firmenkontakt, kein qualifizierter Interessent. Er ersetzt keinen Termin — er ersetzt den Einkauf einer Adressdatei.
Die einzige Kennzahl, die zählt: Kosten pro nutzbarem Lead
Der Preis pro Zeile ist eine Verkaufszahl. Die Zahl, mit der man rechnet, ist der Preis pro Zeile, mit der man tatsächlich arbeiten kann. Die Formel:
Kosten pro nutzbarem Lead = Gesamtkosten / Zeilen mit Telefon oder E-Mail
In unserer Messung fielen die beiden Werte fast zusammen, weil 455 von 458 Zeilen kontaktierbar waren. Bei einer gekauften Datei mit, sagen wir, 60 Prozent brauchbaren Zeilen liegt der reale Preis um zwei Drittel über dem Listenpreis. Genauso rechnet man bei Kampagnen: Wenn die Formular-Ausfüllrate in der eigenen Branche bei 6,3 Prozent liegt (Professional Services) statt bei 14 Prozent (Education), verdoppelt sich der Preis pro Lead, bevor irgendjemand über Anzeigenqualität gesprochen hat.
Ein Rechenbeispiel: 300 Betriebe in einer Stadt
Angenommen, ein Handwerksbetrieb will 300 Zahnarztpraxen im Umkreis erreichen. Drei Wege, dieselbe Zielgruppe, sehr verschiedene Rechnungen — die Prozentwerte stammen aus der eigenen Messung, die Euro-Beträge aus den oben genannten veröffentlichten Benchmarks.
| Weg | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Selbst erheben, nur Maps | 300 Zeilen zu 0,01 $, davon 99,3 % mit Telefon oder E-Mail | 3,00 $ für rund 298 kontaktierbare Betriebe |
| Selbst erheben, mit Website-Durchlauf | 300 Zeilen plus rund 290 Websites zu 0,02 $ | rund 8,80 $, E-Mail-Quote 60 bis 73 % |
| Kampagne mit LinkedIn-Ads-Formular | DACH-Median 145 € pro Content-Download-Lead | ein einziger Lead kostet mehr als die 300 Zeilen zusammen |
| Agentur, gebuchte Termine | 300 bis über 800 € pro Termin | anderes Produkt: vorqualifiziert und terminiert |
Der Vergleich ist bewusst unfair, weil die Zeilen kein Interesse enthalten und der Termin sehr wohl. Er zeigt aber die praktische Konsequenz: Die Datenbeschaffung ist in diesem Aufbau kein Budgetposten mehr. Das gesamte Budget entscheidet sich an der Ansprache — daran, wie viele der 298 erreichbaren Betriebe tatsächlich angerufen werden und wie gut das Gespräch ist. Wer stattdessen den Datenpreis optimiert, optimiert einen Betrag im einstelligen Dollar-Bereich.
Welche Quelle wofür
| Wenn Sie brauchen … | … ist die passende Quelle | Größenordnung |
|---|---|---|
| Gebietsabdeckung: wer existiert wo | öffentliche Daten, selbst erhoben | Cent-Bereich pro Zeile |
| Anrufbare Liste für die Kaltakquise | öffentliche Daten oder gekaufte Liste | Cent bis niedriger zweistelliger Cent-Bereich |
| Kontakte mit Namen und Einwilligung | eigene Kampagne oder Content | zweistellige bis dreistellige Euro-Beträge |
| Vereinbarte Termine mit Entscheidern | Agentur oder eigenes SDR-Team | 300 bis über 800 € |
Ein häufiger und teurer Fehler: eine dreistellige Summe pro Lead zahlen, um Daten zu bekommen, die öffentlich sind. Ein zweiter, seltener diskutierter: eine Cent-Liste kaufen und erwarten, dass sie Kaufabsicht enthält. Sie enthält Erreichbarkeit, mehr nicht.
Was der Preis nicht regelt
Unabhängig von der Quelle bestimmt das Gesetz, wie ein Kontakt genutzt werden darf. § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG verlangt für E-Mail-Werbung eine vorherige ausdrückliche Einwilligung — auch im B2B und auch bei öffentlich veröffentlichter Adresse. Telefonwerbung gegenüber Unternehmern ist bei mutmaßlicher Einwilligung zulässig (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG), Briefpost an die Firmenanschrift ist frei. Handelt es sich um Einzelunternehmer oder Adressen nach dem Muster vorname.nachname@, kommt die DSGVO hinzu: Rechtsgrundlage in der Regel das berechtigte Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f, mit Informationspflicht und Widerspruchsrecht.
Das gilt für die gekaufte Datei genauso wie für die selbst erhobene Zeile. Der Unterschied liegt im Nachweis: Wer selbst erhebt, kann für jede Angabe die Fundseite mitliefern. Details zur Rechtslage stehen im DSGVO-Abschnitt der Seite B2B-Leads aus Google Maps, die Preisliste unter Preise, und wie ein einzelner Website-Kontakt zustande kommt, zeigt der E-Mail-Scraper.
Unsere Messung als CSV (458 Zeilen, nur Füllraten)
Quellen
Veröffentlichte Benchmarks aus dem deutschsprachigen Markt und die einschlägigen Rechtstexte. Die Cent-Beträge stammen aus unserer eigenen Messung.
- alivello — Was kostet B2B-Leadgenerierung in Deutschland (Benchmark-Tabelle)
- via digital — LinkedIn Ads Benchmarks DACH (CPC, CPM, CPL)
- Gründerlexikon — Adressen kaufen oder mieten
- § 7 UWG — Unzumutbare Belästigungen
- Art. 6 DSGVO — Rechtmäßigkeit der Verarbeitung
- Art. 14 DSGVO — Informationspflicht bei nicht direkt erhobenen Daten
Häufige Fragen
Was kostet ein B2B-Lead in Deutschland im Durchschnitt?
Es gibt keinen Durchschnitt über alle Quellen hinweg, weil „Lead“ vier Dinge bezeichnet. Veröffentlichte Größenordnungen: 30 bis 150 Euro für einen MQL, 150 bis 400 Euro für einen SQL und 300 bis über 800 Euro für einen Termin (alivello, Deutschland). Ein reiner Firmenkontakt aus öffentlichen Daten kostete in unserer Messung 0,01007 US-Dollar.
Was ist die Formel für den Cost per Lead?
Gesamtkosten geteilt durch die Anzahl der Leads. Aussagekräftig wird sie erst als Kosten pro nutzbarem Lead: Gesamtkosten geteilt durch die Zeilen, die eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse tragen. In unserer Messung waren das 455 von 458 Zeilen, weshalb beide Werte fast identisch sind — bei gekauften Dateien liegen sie oft weit auseinander.
Warum veröffentlichen Adressanbieter keine Endpreise?
Weil in diesem Segment nach Menge, Selektionstiefe und Nutzungsrecht gestaffelt wird. Auf den Startseiten stehen Ab-Preise, der Endpreis kommt auf Anfrage. Ein belastbarer Marktdurchschnitt pro Adresse ist deshalb nicht veröffentlicht; wir nennen hier keinen geschätzten Wert.
Was kostet ein Lead über LinkedIn Ads im DACH-Raum?
Für Content-Download-Leads nennt via digital rund 145 Euro (Single Image Ad) und 137 Euro (Dokument-Ad) im DACH-Raum, in Österreich 42 bis 69 Euro. Der Median-Klickpreis liegt bei 7,96 Euro in Deutschland gegenüber 3,99 Euro im EMEA-Mittel. Nach Branche schwanken die Lead-Kosten zwischen rund 35 Euro (Education) und 274 Euro (Automotive).
Ist ein Lead für einen Cent überhaupt etwas wert?
Er ist genau das wert, was er enthält: Firmenname, Kategorie, Anschrift, Telefon, Website und in 60,3 Prozent der Fälle eine veröffentlichte E-Mail-Adresse. Kaufabsicht enthält er nicht. Für Gebietsabdeckung, Kaltakquise per Telefon und CRM-Pflege reicht das; für einen gebuchten Entscheidertermin nicht.
Lohnt es sich, Leads zu kaufen oder selbst zu erheben?
Kaufen ist schnell, liefert aber den Stand des Listendatums und bezahlte Zeilen ohne Kontaktdaten mit. Selbst erheben ist tagesaktuell und rechnet pro gelieferter Zeile ab, verlangt aber ein Werkzeug. Die Entscheidung fällt über die Frage, wie oft dieselbe Zielgruppe angesprochen werden soll: Gemietete Adressen dürfen einmal genutzt werden, selbst erhobene Daten beliebig oft.
Darf ich gekaufte oder gescrapte Adressen für Cold Mails nutzen?
Nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ist E-Mail-Werbung ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung unzulässig, auch im B2B und unabhängig davon, ob die Adresse gekauft oder öffentlich veröffentlicht ist. Zulässig bleiben Telefonanrufe bei mutmaßlicher Einwilligung von Unternehmern, Briefpost und die individuelle, nicht werbliche Kontaktaufnahme.
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